Haushaltsplan der Erzdiözese Bamberg für das Jahr 2010 verabschiedet

Haushalt 2010 mit 130,4 Millionen Euro veranschlagt

Bamberg. (bbk) Die zu erwartenden zurückgehenden Kirchensteuereinnahmen im Erzbistum Bamberg im laufenden Jahr und in den kommenden Jahren sollten die pastorale Arbeit nicht schmälern. Das betonte Erzbischof Ludwig Schick bei der jüngsten Sitzung des Diözesansteuerausschusses in Bamberg. „Wir müssen gewappnet sein für die Bewältigung der Zukunft, denn die prognostizierten Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise werden den finanziellen Handlungsspielraum der Kirchen schwächen.“ Daher gelte es, wachsam zu sein und die Ausgaben im Blick zu haben. Schick weiter: „Kirche muss sich auf die Seelsorge für die Menschen konzentrieren.“ Dazu gehöre beispielsweise die Bereitstellung und rentable Instandhaltung von Kindergärten, Schulen, die finanzielle Ausstattung der Pfarrgemeinden und die Caritas. Wo wir die zurückgehenden Einnahmen bei den Ausgaben einsparen könnten, müsse jeweils sorgfältig geprüft werden. „Wir können nicht mehr ausgeben als wir einnehmen.“

Der neue Haushalt der Erzdiözese umfasst eine Gesamtsumme von 130,4 Millionen Euro (2009: 140,7 Mio. Euro). Damit liegt der Ansatz 2010 um 10,3 Mio. Euro (7,3%) unter dem letztjährigen Ansatz. Der Diözesansteuerausschuss hat dem Haushaltsentwurf für das laufende Jahr zugestimmt. Nach der positiven Entwicklung der Kirchensteuereinnahmen in den Jahren 2006 bis 2009 werden die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise im Haushaltsjahr 2010 im Erzbistum Bamberg spürbar. Trotz dieses kalkulierten Rückgangs an Kirchensteuereinnahmen und den zu erwartenden höheren Belastungen bei den Personalkosten durch Tarifsteigerungen wird ein ausgeglichener Haushalt erreicht.

Rückblick

In den Jahren 2002 bis 2005 konnten die Ausgaben der Erzdiözese Bamberg nur durch Entnahmen aus der Haushaltsrücklage im Umfang von etwa 30,8 Mio. € ausgeglichen werden. Der im Jahr 2004 eingeleitete Konsolidierungsprozess und der wirtschaftliche Aufschwung in den Jahren 2006 bis 2008 führten wieder zu einer Stabilisierung des Haushalts. In diesem Zeitraum konnten Mehreinnahmen von 52,4 Mio. € verzeichnet werden. Auch das Jahr 2009 wird noch positiv abgeschlossen. Neben der Stärkung der Haushaltsrücklage zur Absicherung der erwarteten Einnahmeausfälle konnte mit den Mehreinnahmen die Weiterführung der Arbeitnehmerbildungs- und –begegnungsstätte Obertrubach und der Berufsfachschule Maria Hilf erreicht werden. Weiterhin wurden u. a. das Projekt „Familienstützpunkte Kindertagesstätten“ und die Umsetzung von Energiesparmaßnahmen in den kirchlichen Einrichtungen im Rahmen der Energie- und Klimaoffensive der Erzdiözese Bamberg unterstützt. Vor allem jedoch konnten Gelder zur Absicherung der anstehenden Verpflichtungen aus Personalmaßnahmen zurückgelegt werden, was den Haushalt der Erzdiözese Bamberg in den Jahren 2010 bis 2017 um jährlich etwa 1,2 Mio. € (Altersteilzeit-Freizeitphasen) entlastet.

Finanzdirektor Prälat Herbert Hauf dankt den Katholiken, die mit der Zahlung der Kirchensteuer die finanzielle Grundlage für die Bewältigung der vielfältigen Aufgaben des Erzbistums Bamberg in Seelsorge, Caritas und darüber hinaus legten. „Wir können uns diese Ausgaben nur leisten, wenn die Menschen bei uns bleiben, uns durch ihre Kirchensteuern sowie in Gebet und Tat unterstützen.“

Ausgaben

Der größte Anteil bei den Ausgaben fällt auf die Seelsorge (pfarrliche und kategoriale Seelsorge, Sonderaufgaben) mit 68,3 Mio. Euro (2009: 67,8 Mio. Euro). Für Soziale Dienste wie Caritas-Verbände, Kindertagesstätten und Altenheime sind 16,4 Mio Euro (2009: 17,8 Mio Euro) vorgesehen, für Schule, Bildung und Wissenschaft werden 15 Mio Euro (2009: 17,6 Mio. Euro) veranschlagt. Der Bereich der Finanzen und Versorgung, der auch die Rücklagenbildung beinhaltet, wird mit 8,3 Mio Euro (2009: 15,6 Mio Euro) veranschlagt. Für gesamtkirchliche Aufgaben wie die Unterstützung von Hilfswerken und für die Mission stellt die Erzdiözese Mittel in Höhe von 8,8 Mio Euro (2009: 9 Mio Euro) bereit. Diözesanleitung, Öffentlichkeitsarbeit und Medien sowie die Priesterausbildung wird mit 13,6 Mio Euro (2009: 12,9 Mio Euro) veranschlagt.

Kirche ohne Menschen ist nicht vorstellbar. In der Seelsorge, in den sozialen Diensten, in Caritas, Bildung und allen anderen Bereichen bilden Mitarbeiter die Grundlage des Einsatzes. Die direkten Personalausgaben machen auch im Jahr 2010 mit 79,7 Mio Euro (61,12 %) den Löwenanteil der Ausgabenseite aus. Weitere, indirekte Personalausgaben sind auch in den Zuschüssen an verschiedene kirchliche Einrichtungen enthalten. Darüber hinaus werden die Finanzmittel verwendet für Investitionen - vor allem zur Erhaltung der Bausubstanz - Zuschüsse an Einrichtungen, Sachausgaben und Betriebsausgaben.

Einnahmen

Den größten Anteil der Einnahmen erbringen die Katholiken des Erzbistums durch die Kirchenlohn- und Kircheneinkommensteuer in Höhe von 116,3 Mio Euro (89 %) (2009: 126,7 Mio Euro). Darüber hinaus kommen noch Allgemeine Staatsleistungen und Einnahmen aus Zinsen und Pfründen dazu.

ep