Erzbistum Bamberg muss kräftig sparen

Haushalt 2003: 147,1 Millionen Euro – Ausgleich nur durch Entnahme von Rücklagen

Bamberg. (bbk) Mit 147,1 Millionen Euro liegt der Haushalt 2003 der Erzdiözese Bamberg mit einer Steigerung um 8,5 Millionen Euro (6 Prozent) über dem Vorjahreshaushalt. Diese Steigerungsrate des vom Diözesansteuerausschuss am 29. März beschlossenen Haushalts bezeichneten Finanzdirektor Domkapitular Prälat Herbert Hauf und der Leiter der Hauptabteilung Finanzen im Erzbischöflichen Ordinariat, Ordinariatsrat Werner Sterzinger, als „sehr hoch und entspricht leider in keiner Weise der Entwicklung der Einnahmen“. Der Haushalt konnte nur durch Entnahme von 15,1 Millionen Euro aus Rücklagen ausgeglichen werden.

Die Erzdiözese Bamberg wird künftig überaus sparen müssen, da künftig mit noch geringeren Kirchensteuereinnahmen gerechnet werden müsste, so Hauf. Arbeitsgruppen des Ordinariats diskutieren zur Zeit über Einsparungsmöglichkeiten, die Anfang Juni einer Sondersitzung des Diözesansteuerausschusses vorgelegt werden.

Die Erhöhung des Haushalts ist, wie der Finanzdirektor betonte, im wesentlichen auf die Steigerung der Personalausgaben in einer Größenordnung von 6,2 Millionen Euro zurückzuführen. Gründe lägen einerseits in der tariflichen Steigerung, die so nicht erwartet wurde, andererseits in den Steigerungen bei den Beiträgen zur Zusatzversorgungskasse, zur Rentenversicherung und zu den Krankenkassen; Steigerungen bei den Personalausgaben aber auch durch die Hereinnahme von zusätzlichen Personal bei Geringverdienern. Gestiegen sind auch Ausgaben für gemeinsame Aufgaben der Bistümer auf insgesamt 11,6 Millionen Euro. Darunter sind auch 331.000 Euro Darlehen für das hochverschuldete Erzbistum Berlin.

Bei der Vorstellung des Haushalts machte Sterzinger darauf aufmerksam, dass Investitionen bewusst nicht reduziert wurden, um so heimische Baufirmen weiter zu unterstützen. Erhebliche Zuschüsse erfordern Renovierungen von Kirchen in Höhe von 4,9 Millionen Euro. Neubauten von Pfarr- und Jugendheimen entstehen in Coburg/St. Augustin, Erlangen-Dechsendorf und in Zapfendorf. Sie werden mit 1,7 Millionen Euro bezuschusst. 862.300 Euro kosten Erweiterungen oder Umbauten von Pfarr- und Jugendheimen. Für den Bauunterhalt an Schulen in eigener Trägerschaft sowie für Baumaßnahmen wegen der 6-stufigen Realschule müssen 661.300 Euro ausgegeben werden. Mit einem Zuschuss von 300.000 Euro kann die Pfarrei St. Theresia in Erlangen für einen Kindergartenersatzbau rechnen. Auf über 1 Millionen Euro kommen Generalsanierungen von Kindergärten. Ein Schwerpunkt im Bauhaushalt stellen Neubauten und Sanierungen von Altenwohnheimen dar: sie werden mit 3,7 Millionen Euro gefördert.

Nach wie vor bleiben Eckpunkte bei den Ausgaben die Seelsorge, soziale Dienste sowie Schule und Bildung. Für die Seelsorge an den Menschen in der Erzdiözese Bamberg wird mit 75,6 Millionen Euro (51,4 %) ein großer Teil der Finanzmittel ausgegeben. Für soziale Dienste wie Kindergärten, Sozialstationen, Altenheimen sind 22,2 Millionen Euro (15 %) vorgesehen.

Da die Kirche ihre Dienste für die Menschen erbringt, sind auch viele Menschen dafür nötig.

Die Personalausgaben betragen 87,7 Millionen Euro und beanspruchen somit allein 59,6 % der zur Verfügung stehenden Mittel. Da viele Einrichtungen vor Ort wie Pfarreien, Kindergärten, Jugendhäuser, Verbände kaum in der Lage sind, ihre Ausgaben durch ihre eigenen Einnahmen und Eigenmittel zu decken, werden sie aus Kirchensteuermitteln mit 35,3 Millionen (24 %) gefördert. Für Schule und Bildung sind 16,6 Millionen Euro (11,2%) eingeplant. Auch für gesamtkirchliche Aufgaben wie die Unterstützung von Hilfswerken, für die Mission und für Unterstützung der Kirche im Osten werden Mittel in Höhe von 11,6 Millionen Euro (7,8 %) bereitgestellt.

Knapp 90 Prozent aller Einnahmen erbringen die Katholiken der Erzdiözese Bamberg durch ihre Kirchensteuerzahlungen. Darüber hinaus werden beträchtliche Gelder für die Not in aller Welt gegeben. Darauf wies Werner Sterzinger bei der Vorstellung des Haushalts hin. So wurden für die Aktionen wie Sternsinger, Adveniat, Misereor, Renovabis oder Weltmission 3,3 Millionen Euro gespendet.

Autor: Hans-Günter Röhrig